Extrazelluläre Effekte
Dr. Stephan Reuter - Nachwuchsgruppenleiter
In der Nachwuchsforschergruppe "Extrazelluläre Effekte" wird die Wechselwirkung von kalten Nichtgleichgewichts-Atmosphärendruckplasmen mit Flüssigkeiten und Geweben grundlegend untersucht. Diese Art von Plasmen eignen sich besonders zur Behandlung von lebenden Zellen und Geweben. Der innovative Ansatz ist es, sowohl die Plasmen als auch physiologische Flüssigkeit, extrazelluläre Matrix sowie Puffer- und Zell-Nährmedium mit optischer Diagnostik auf höchstem Stand der Wissenschaft zu untersuchen.
Bei der Plasma-Zell/Gewebe-Wechselwirkung spielen Sekundäreffekte eine wesentliche Rolle: Die Zelle benötigt zum Überleben eine flüssige Umgebung, d.h. das Plasma übt stets über das extrazelluläre physiologische Milieu einen Einfluss auf die Zellen und deren Stoffwechselprodukte aus. Nur ein Verständnis der plasmainduzierten Veränderung der Zellumgebung ermöglicht gezielte in vivo Zellbehandlungen und ist daher Voraussetzung für die Wundbehandlung am Patienten. Vorderstes Ziel ist es, einen detaillierten Einblick in die biochemischen und biophysikalischen Prozesse bei der Plasmabehandlung durch quantitative orts- und zeit-aufgelöste Diagnostik zu gewinnen. Hierdurch können erstmals Dichten und Verteilungen relevanter reaktiver Komponenten sowohl im Plasma als auch in der Zellumgebung bestimmt und ihre synergistischen Effekte untersucht werden.